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Chronik der Tischtennisabteilung der "Freien Turnerschaft Rosenheim"
Dschibuti wird unabhängig, die deutsche Bundesbahn mustert ihre letzte Dampflokomotive aus, der Film "Rocky" erhält einen Oskar und Borussia Mönchengladbach scheitert im Endspiel um den Europapokal der Landesmeister mit 1:3 gegen den FC Liverpool. Was wäre doch 1977 für ein fades Jahr geworden, wenn sich nicht vier junge Rosenheimer zusammengetan hätten, um einen Platz zum Tischtennisspielen zu finden. Hermann Dodl, Max Kern, Erich Gröger und Josef Schachtner fanden diesen Platz in einerehemaligen Jugendherberge. Nach einiger Zeit des Übens suchte man Anschluss in einem Verein. Von einem Fußball spielenden Arbeitskollegen erfuhr Josef Schachtner von der "Freien Turnerschaft". Nachdem er sich vergewissert hatte, dass der Verein nichts mit "Freier Körperkultur" zu tun hatte, sprachen Josef und Max den Vorstand der FTR, Franz Füglein, an. Da der Tischtennissport nur wenig kostet, die Spieler nie einen Sportplatz benötigen und mit winzigen Bällen zurechtkommen, willigte der FTR Vorstand ein und die TT-Abteilung der FTR war gegründet. Als Spiellokal diente zunächst ein alter Schuppen vor der Gastwirtschaft und später der Saal, in dem wir heute feiern. Man schlug so zwei Fliegen mit einer Klappe: Zuerst kämpfte man hart an zwei Tischen um anschließend ein paar Meter entfernt gemütlich um einen solchen herumzusitzen und den verlorenen Schweiß durch kalte Getränke auszugleichen.
Am Spielbetrieb des Verbandes nahm man zunächst mit einer Mannschaft teil. Mit Tasso Meckl als Abteilungsleiter kamen dann auch die ersten Erfolge. Der Aufstieg in die 2. Kreisliga wurde geschafft, wo wir heute allerdings immer noch sind. In den folgenden Jahren konnten eine Jugend- und eine Schülermannschaft gemeldet werden. Zwischenzeitlich gab es bei der FTR auch je ein Damen- und Mädchenteam. Die Damen waren äußerst erfolgreich und stiegen bis in die 2. Bezirksliga auf. Leider konnte nicht einmal der Charme eines Josef Schachtner die Damen in der Abteilung halten. In den Neunziger Jahren schwächelte die TT-Abteilung der FTR und im Kreis wurde gemunkelt, dass die Tischtennisbälle nur deshalb vergrößert worden seien, weil die Spieler der FTR auf Grund ihres Alters schlechter sehen als die junge Konkurrenz. An manchen Trainingsabenden standen mehr Tische als Spieler zur Verfügung und andere Vereine freuten sich schon auf die Übernahme der Hallentermine. Doch es ging wieder aufwärts. Durch den Beitritt der obdachlos gewordenen PWA Raubling und den Wiederbeginn von konstruktiver Jugendarbeit durch Jugendleiter Bernd Richter kann sich die Abteilung mit Franz Reibl jetzt sogar, neben dem Abteilungsleiter Gerhard Erlich, einen sportlichen Leiter leisten. Am aktuellen Spielbetrieb nimmt die FTR derzeit mit drei Herren- und zwei Jungenmannschaften teil. Vor allen Dingen von der Jugendarbeit, die 2005 mit dem Aufstieg der 1. Jungenmannschaft in die Oberbayernliga gipfelte, beginnt die FTR nun zu profitieren. Das Gesamtalter der 1. Herrenmannschaft konnte von 300 Jahre auf nunmehr 215 Jahre gesenkt werden. Abschließend möchte ich festhalten, dass die TT-Abteilung der Freien Turnerschaft Rosenheim ein funktionierendes Vereinsleben bietet, in dem Alt und Jung gut miteinander auskommen auch wenn an der Platte manchmal heiße Kämpfe ausgetragen werden.
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